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Dienstag, April 07, 2015

Review: Offbeat Foundation - First

Jetzt soll er ja endlich kommen, der Frühling. Ostern wurde ganz klassisch mit enormer Frühjahrsmüdigkeit verpennt. Naja, was solls.
Mal abwarten, was der Frühling 2015 so bringt. Der Wetterbericht verspricht einigermaßen hohe Temperaturen, die Boulevardpresse überschlägt sich mit Tipps, was man bei schönem Wetter denn so alles machen kann, plötzlich ist der Klimawandel und die Erderwärmung wieder ein Thema, überhaupt soll alles viel wärmer sein, als es irgendwann vielleicht einmal war, Cocktails schmecken wieder (hab's getestet) und Ska kann ich mir auch wieder anhören. Nach Monaten voller Punkrock und Hardcore in den Ohren, scheint sich mein Gehirn wieder auf ruhige Töne zu freuen. Whooop Whooop Dopamin!

Und passend zu diesen Frühlingsgefühlen gibt es hier mein Review einer der schönsten Ska-Platten der letzten Jahre. "First", dem ersten (ach was) Album von Offbeat Foundation. Dieses Review habe ich 2013 schonmal bei Achim's feinem Webzine "Der Dude Goes Ska" veröffentlicht, ist aber viel zu schade, um nur dort zu erscheinen. Deshalb habe ich es nochmal ausgegraben.

Offbeat Foundation - First (rain records)
Es ist manchmal erstaunlich, welche Assoziationen das Hören einer neuen Platte auslösen kann. Beim Hören von „First“, der ersten Veröffentlichung von Offbeat Foundation, der neuen Band um ex-Yellow Umbrella Sänger und Gitarrist Enrico „Mr. Mild Ericson“ Mildner fühlte ich mich schon beim zweiten Song „I Love It“ zurückversetzt in alte Folklore-Im-Garten-Zeiten auf dem Wiesbadener Freudenberg. Der Geruch von Räucherstäbchen in der Nase und der Geschmack von afghanischen Badenjan Borani auf der Zunge. Dazu alle erdenklichen Farben und Tanzen bis in den Morgengrauen. Aber zurück zur Platte…

Offbeat Foundation wissen zu überzeugen. Die 14 Titel lassen sich getrost in einem Rutsch durchhören, ohne beliebig zu klingen. Bass, Orgel und Percussion brechen durch einige amüsante Einfälle aus ihrer gewohnten Rolle aus, überlassen die Führung größtenteils dem fetten Bläsersatz, der sich aber an den richtigen Stellen auch zurückhalten kann. Abgerundet wird alles durch die wirklich tolle Stimme von Enrico Mildner. Sehr gefasst, klar und deutlich, aber auch immer an der Grenze zur Heiserkeit. Ergänzend zu Enrico hören wir auf der Platte den Background-Gesang von gleich 3 (!) Sängerinnen. Diese schwingen sich teilweise in Höhen auf, die mir nicht ganz gefallen, aber das ist Geschmackssache. Bei 3 Sängerinnen hätte ich ein Duett erwartet, aber das findet sich leider nicht auf der Scheibe. Schade. Vielleicht beim nächsten Album.

Die Stücke sind an traditionellem Ska orientiert, nehmen den Hörer aber mit auf eine Reise durch die gesamte Karibik bis hinüber nach Afrika. Das Album verdient somit nicht nur das Prädikat „Ska“, sondern auch „Reggae“ und „Weltmusik“.

Fazit: Offbeat Foundation haben mit „First“ vielleicht keinen neuen Klassiker geschaffen, aber Alles in allem eine rundum gelungene Scheibe. Ich bin mir sicher, dass man noch einiges von dieser Combo hören wird und sie eine der Festival-Highlights in den kommenden Jahren werden kann.

Also, liebe Leute: Kaufen!
Bei dem Webzine hatte ich noch ein weiteres Review veröffentlicht. Mal schauen, ob ich es auch mal rauskrame, wenn mein Verlangen nach Ska weiter steigt.

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